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Ausstellung: Daniel Chodowiecki – Berliner Bilder der Aufklärung in der Gemäldegalerie

25. September, 10:00 – 18:00

Ein Vater nimmt Abschied von seiner Familie, bevor er hingerichtet wird – obwohl ihm nichts nachgewiesen wurde. Diese Szene hat Daniel Chodowiecki um 1767 gemalt, und sie ist der Kern einer kleinen, dichten Ausstellung in der Gemäldegalerie am Kulturforum.

Chodowiecki war im späten 18. Jahrhundert der bekannteste Künstler Berlins. Zu seinem 300. Geburtstag zeigt das Kupferstichkabinett gut zwanzig Arbeiten aus allen Schaffensphasen. Im Mittelpunkt steht der Justizskandal um Jean Calas: Der Toulouser Kaufmann gehörte einer verfolgten protestantischen Minderheit an und wurde 1762 hingerichtet, weil man ihm den Selbstmord seines Sohnes als Mord auslegte. Voltaire schrieb daraufhin seine Abhandlung über die Toleranz und erreichte 1765 die Rehabilitierung der Familie.

Erstmals liegen die wichtigsten Stücke zu diesem Motiv an einem Ort zusammen: das Gemälde aus der Gemäldegalerie, eine Vorzeichnung aus der Sammlung der Akademie der Künste und die Druckgraphik samt der originalen Kupferplatte. So lässt sich nachvollziehen, wie hartnäckig Chodowiecki das Thema über Jahre bearbeitet hat.

Daneben hängt eine Auswahl seiner Rötelzeichnungen, darunter Porträts des Verlegers Friedrich Nicolai und des Philosophen Moses Mendelssohn. Beide stehen für das Berliner Aufklärungsmilieu, das auf Debatte setzte statt auf Geheimwissen und Verschwörungsdenken.

Die Kabinettausstellung entstand in Kooperation mit der Akademie der Künste und gehört zum Netzwerk „Chodowiecki 300“, das den Künstler 2026 an mehreren Berliner Orten würdigt. Kuratiert haben sie Mailena Mallach, Sarah Salomon und Anna Schultz.

Wer wenig Zeit hat, ist hier richtig: Die Präsentation ist kompakt und lässt sich gut mit einem Rundgang durch die Sammlung der Gemäldegalerie verbinden. Für Kinder ist sie eher nichts – die Blätter sind klein, die Geschichte dahinter erklärungsbedürftig.

Tipp

Am 14. und 15. Oktober 2026 findet am Kulturforum ein öffentliches Symposium zu Chodowieckis Werk statt. Dafür ist eine Anmeldung über die Website der Staatlichen Museen zu Berlin nötig.

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25. Sep., 10:00