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Führung: Kleidung macht den Mönch – Porträts von Abt und Bischof im Bode-Museum

12. November, 18:00

Zwei Gesichter aus dem frühchristlichen Ägypten, ein Bischof und ein Abt, und beide sagen über ihren Rang mehr durch Stoff als durch Mimik. Diese Führung im Bode-Museum liest die Porträts von der Kleidung her.

Die Teilnehmer*innen machen eine Zeitreise in die ersten christlichen Jahrhunderte am Nil – eine Region, aus der das Bode-Museum bedeutende spätantike und byzantinische Bestände besitzt. Betrachtet werden zwei Bildnisse im Detail: Wer waren diese Männer, woran erkennt man ihre besondere Stellung, und welche Rolle spielen Gewänder, Kopfbedeckung und Accessoires dabei? Rekonstruktionen helfen, das auf den Bildern Dargestellte überhaupt zu entschlüsseln, denn vieles daran ist heute nicht mehr selbsterklärend.

Dann wird es körperlich: Wer möchte, darf die rekonstruierten Kleidungsstücke anprobieren und für einen Moment in die Rolle eines Abtes schlüpfen. Gewicht, Schnitt und Faltenwurf erklären dabei einiges, was eine Beschreibung nicht leistet – etwa warum bestimmte Gewänder jede schnelle Bewegung unmöglich machen und genau das zum Status gehörte.

Dass es diese Bestände überhaupt gibt, liegt an der Struktur des Hauses: Das Bode-Museum vereint die Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinische Kunst und das Münzkabinett – die byzantinische Abteilung ist eine der wenigen ihrer Art in Europa.

Der Termin gehört zur Reihe „Lange Donnerstage“, die das Bode-Museum ab Oktober 2026 um Porträts und Selbstdarstellung herum aufbaut. Eine Woche vorher geht es um die Kleidung preußischer Kriegshelden, danach um weibliche Porträtbüsten der Renaissance. Für diesen Abend braucht es nichts außer Neugier und der Bereitschaft, sich etwas über den Kopf ziehen zu lassen.

12. Nov., 18:00