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Führung: Bild der Frau – Weibliche Porträtbüsten der Renaissance im Bode-Museum

19. November, 18:00

Weibliche Porträtbüsten aus der italienischen Renaissance sind weltweit selten. Das Bode-Museum besitzt mehrere davon – und widmet ihnen einen eigenen Abend.

Die Führung geht den naheliegenden Fragen nach, die sich erstaunlich schwer beantworten lassen: Wer waren die dargestellten Frauen? Woran lassen sie sich heute noch identifizieren, wenn kein Name überliefert ist? Und wofür wurden solche Büsten überhaupt angefertigt – als Verlobungsgeschenk, als Erinnerungsstück, als Familienrepräsentation im Palazzo?

Spannend wird es bei den Mitteln. Frisur, Schmuck, Kleiderausschnitt und Haltung des Kopfes sind in diesen Werken keine Dekoration, sondern Aussagen über gesellschaftlichen Rang, Alter, Familienstand und das, was im 15. Jahrhundert als schön galt. Die Büsten zeigen damit nicht nur einzelne Frauen, sondern die Erwartungen, die an sie gerichtet wurden. Wer genau hinsieht, erkennt auch die Stellen, an denen Bildhauer von der Norm abgewichen sind und individuelle Züge zugelassen haben.

Gezeigt werden die Büsten im Rahmen der Skulpturensammlung, die zusammen mit dem Museum für Byzantinische Kunst und dem Münzkabinett im Bode-Museum untergebracht ist. Die italienische Renaissance bildet darin einen der Schwerpunkte, entsprechend dicht stehen die Vergleichsstücke.

Der Abend schließt den festgelegten Teil der Reihe „Lange Donnerstage“ ab, mit der das Bode-Museum ab Oktober 2026 das Thema Porträt in Führungen, Werkstätten und einem Museumsquiz bearbeitet. Die Führung passt für alle, die Renaissance nicht nur als Gemäldegeschichte kennenlernen wollen, und braucht keine Vorkenntnisse.

19. Nov., 18:00