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Ausstellung: BIZARR – Die Geschichte des verrücktesten Wortes der Welt im Kulturforum
12. Dezember, 10:00 – 18:00
Ein Florentiner Adliger, der sich in Dantes Hölle vor Wut selbst zerfleischt – mit dieser Szene taucht das Wort „bizarr“ Anfang des 14. Jahrhunderts zum ersten Mal in der Literatur auf. Die Kunstbibliothek erzählt am Kulturforum, was in den 700 Jahren danach aus ihm wurde.
Die Sonderausstellung gliedert sich in acht Sektionen: Furor, Traum, Capriccio, Groteske, Staunen, Chimäre, Gelächter und Bizarro World. Jede steht für eine Bedeutung, die das Wort im Lauf der Jahrhunderte angenommen hat – vom Zornausbruch über den Traum als Gegenwelt bis zum Capriccio, mit dem Künstler um 1600 die Unberechenbarkeit zur Methode machten. Eine der kühnsten Serien dieser Gattung, die „Bizzarie di varie figure“ von Giovanni Battista Bracelli aus dem Jahr 1624, feierte drei Jahrhunderte später der Dadaist Tristan Tzara als Vorgriff auf die Moderne.
Zu sehen sind Zeichnungen, Druckgrafiken und Bücher aus den Sammlungen der Kunstbibliothek, dazu Leihgaben aus Gemäldegalerie, Alter Nationalgalerie und Kupferstichkabinett. Die Namensliste reicht von Hieronymus Bosch und Michelangelo über Piero di Cosimo und Francisco de Goya bis zu Frank Zappa, der sein 1968 gegründetes Plattenlabel BIZARRE nannte, und zu Superman-Gegenspieler Bizarro. Am Ende steht ein doppelseitiges Bosch-Gemälde aus der Gemäldegalerie: vorne eine geordnete Welt, auf der Rückseite dieselbe Welt als winzige Blase in einem Kosmos des Chaos.
Kunsthistorisches Vorwissen braucht ihr nicht. Die Ausstellung arbeitet mit historischen Quellen und Bildern, viele davon selten oder noch nie gezeigt, und verfolgt eine einzige Frage durch acht Räume. Wer tiefer einsteigen will, greift zum Katalog: 256 Seiten, rund 160 Abbildungen, deutsch und englisch, 49 Euro. Kurator ist Moritz Wullen, Direktor der Kunstbibliothek.
Eintritt
Erwachsene 22 Euro, ermäßigt 11 Euro. Bitte die Preise beim Anbieter kontrollieren.
Tipp
Das Ticket gilt für alle Ausstellungen am Kulturforum. Ein Audioguide und ein Podcast führen durch die acht Sektionen – darin unterhalten sich Kurator Moritz Wullen und der Kriminalbiologe Mark Benecke über das Bizarre.
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